Ratgeber · Verkaufen ohne Makler
Immobilie verkaufen ohne Makler: Vier Wege im Vergleich.
Maklergebühren von 3 bis 7 % des Kaufpreises sind ein starkes Motiv, es alleine zu versuchen. Doch "ohne Makler" bedeutet nicht "ohne Aufwand" - und nicht alle Alternativen sind gleich gut geeignet. Dieser Ratgeber vergleicht vier realistische Optionen: ehrlich, ohne Werbebotschaft.
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Ausgangslage
Drei Motive, den Makler zu umgehen.
- 01
Provision sparen
Bei einem Verkauf für 400.000 Euro können Maklerkosten von 3 % (Verkäuferseite) und 3,57 % (Käuferseite) zusammen über 26.000 Euro ausmachen. Das ist eine legitime Überlegung - besonders wenn das Objekt sich gut selbst vermarktet.
- 02
Kontrolle behalten
Manche Eigentümer wollen den Verkaufsprozess selbst steuern: wann inseriert wird, wer Besichtigungen bekommt, wann Preisverhandlungen beginnen. Ein Makler nimmt Ihnen die Arbeit ab - aber auch Teile der Kontrolle.
- 03
Sondersituation
Nicht jede Immobilie lässt sich über klassische Portale vermarkten. Schwierige Objekte, Erbengemeinschaften ohne Einigung, Liegenschaften in strukturschwachen Regionen: Hier versagen Standard-Vermarktungswege oft komplett.
Die Optionen
Vier Wege ohne Makler.
Jede Option hat echte Vorzüge - und echte Grenzen. Was folgt, ist eine nüchterne Gegenüberstellung, keine Werbung.
- 01
Privatverkauf in Eigenregie
ImmoScout24, eBay Kleinanzeigen, eigene Netzwerke
Vorteile
- + Keine Maklerprovision
- + Volle Kontrolle über Preis und Timing
- + Direktkontakt zu potenziellen Käufern
Nachteile
- - Erheblicher Zeitaufwand für Inserate, Besichtigungen, Kommunikation
- - Bewertungsunsicherheit: Was ist der richtige Preis?
- - Rechtliche Risiken beim Kaufvertrag ohne Fachbegleitung
- - Emotionale Belastung bei Besichtigungen durch Fremde
- - Begrenzte Reichweite im Vergleich zu professionellen Netzwerken
Einschätzung: Geeignet für: Objekte in sehr gefragten Lagen, wo der Verkäufer sicher einschätzen kann, was Käufer bereit sind zu zahlen - und Zeit für die Vermarktung hat.
- 02
Online-Plattformen mit Spezial-Services
Homeday, McMakler, Engel & Völkers Digital Ventures
Vorteile
- + Geringere Provision als klassischer Makler (oft 1-2 % statt 3 %)
- + Professionelle Fotos und Grundrisse inklusive
- + Reichweite der großen Portale
Nachteile
- - Trotz reduzierter Leistung trotzdem Provision fällig
- - Persönliche Betreuung häufig geringer als beim lokalen Makler
- - Preisfindung immer noch auf Angebot-und-Verhandlung-Basis
- - Für schwierige Objekte oft kein geeignetes Verfahren
Einschätzung: Geeignet für: Standardimmobilien in dichten Märkten, wo eine breite Online-Streuung ausreicht und der Eigentümer trotzdem Unterstützung bei Exposé und Verhandlung möchte.
- 03
Strukturiertes Bieterverfahren
Informelles Angebotsverfahren ohne gesetzliche Regulierung
Vorteile
- + Bieter konkurrieren untereinander - Preisauftrieb möglich
- + Fester Zeitrahmen
- + Keine Provision wenn selbst organisiert
Nachteile
- - Keine gesetzliche Regulierung: Abbruch jederzeit möglich
- - Kein öffentlicher Zuschlag - Preis bleibt anfechtbar
- - Erfordert erhebliche Eigenorganisation und rechtliches Wissen
- - Käufer sind oft skeptisch wegen mangelnder Transparenz
Einschätzung: Geeignet für: Verkäufer mit Verhandlungserfahrung und Rechtsbegleitung, die ein Angebot-Wettbewerb-Verfahren intern koordinieren können.
- 04
Freiwillige Auktion bei der DGA
Reguliertes Verfahren nach §34b GewO
Vorteile
- + Öffentliches Verfahren: Preis nicht anfechtbar, Ergebnis gerichtsfest
- + Kein Verhandlungsstress - kein direkter Kontakt zwischen Verkäufer und Bieter nötig
- + Zugang zu über 200.000 vorregistrierten Bietern bundesweit
- + 55.000 gedruckte Kataloge pro Auktionsrunde als Direktansprache
- + Fester Zeitrahmen: Zuschlag in 6 bis 8 Wochen
- + Keine endlosen Besichtigungen: ein DGA-Auktionator koordiniert alles
Nachteile
- - Aufgeld trägt der Käufer, nicht der Verkäufer
- - Nicht für jede Immobilie gleich gut geeignet - persönliches Gespräch klärt das
Einschätzung: Besonders geeignet für: Erbengemeinschaften, Scheidungssituationen, schwer bewertbare oder nicht marktgängige Objekte - und für Eigentümer, die einen fairen Preis ohne Verhandlungsrisiko wollen.
Reale Einschätzung
Was Privatverkauf wirklich kostet.
Der Privatverkauf spart auf dem Papier die Provision - aber er ist weit davon entfernt, kostenlos zu sein. Wer die versteckten Kosten nicht einrechnet, schätzt das Ergebnis falsch ein.
Dazu kommt: Wenn Kaufinteressenten die Verhandlung führen und Sie nicht, lassen erfahrene Käufer den Preis oft um 5 bis 15 % sinken. Bei einem 300.000-Euro-Objekt wären das 15.000 bis 45.000 Euro weniger - mehr als jede Maklerprovision.
Ehrliche Abwägung
Wann ein Makler trotzdem der richtige Weg ist.
Ein guter Makler kennt seinen Markt, hat ein qualifiziertes Netzwerk und trägt das Vermarktungsrisiko. Wer einen erfahrenen lokalen Spezialisten mit nachgewiesenem Track Record hat, bekommt dafür echten Gegenwert.
Ein Makler ist besonders dann sinnvoll, wenn:
- - Sie keine Zeit haben, sich um Besichtigungen und Kommunikation zu kümmern
- - Sie keine Erfahrung in Preisverhandlungen haben
- - Die Immobilie in einem Markt liegt, den der Makler nachweislich gut kennt
- - Sie gezielt einen Käufer aus dem Netzwerk des Maklers ansprechen wollen
- - Ihr Objekt unter 100.000 Euro wert ist und eine Auktion wirtschaftlich weniger attraktiv wäre
Dieser Ratgeber ist kein Aufruf gegen den Maklerberuf. Der Makler ist ein regulierter Beruf mit echter Expertise - und in vielen Situationen der richtige Weg. Die Frage ist nur: Trifft das auf Ihre Situation zu?
Der Marktpreis einer Immobilie entsteht nicht durch Einschätzung - er entsteht durch Wettbewerb. Wer das strukturiert, gewinnt.
Der strukturierte Weg
Warum die Auktion oft die bessere Ohne-Makler-Option ist.
- 01
Keine Besichtigungen mit Fremden
Bei der freiwilligen Auktion organisiert der DGA-Auktionator die Besichtigungstermine. Sie müssen nicht selbst durch Ihr Haus führen, erklären und verhandeln. Sammelbewichtigungen in Begleitung eines Fachmanns - das ist der Unterschied.
- 02
Kein Verhandlungsstress
In der Auktion bieten Interessenten gegeneinander, nicht gegen Sie. Kein Käufer, der immer neue Einwände bringt, um den Preis zu drücken. Der Hammer entscheidet - und der Preis ist das Ergebnis des Marktes.
- 03
Marktpreis durch Bieterwettbewerb
Mehr als 200.000 registrierte Bieter in der DGA-Datenbank. 55.000 gedruckte Kataloge pro Auktionsrunde. Das ist keine Hoffnung auf Sichtbarkeit in einem Portal - das ist gezielte Ansprache vorqualifizierter Kaufinteressenten.
- 04
Provision mit Gegenwert
Das Aufgeld bei der Auktion trägt der Käufer, nicht der Verkäufer. Als Einlieferer zahlen Sie eine Gebühr für Vorbereitung, Gutachten-Koordination, Katalog und Rechtsabwicklung. Das ist kein Vergleich mit einer Provision, die Sie selbst tragen.
Im Vergleich
Auktion vs. klassischer Weg: die wichtigsten Unterschiede.
| Kriterium | Freiwillige Auktion DGA | Privatverkauf |
|---|---|---|
| Zeitrahmen | 6-8 Wochen bis Zuschlag | 6-18 Monate, offen |
| Provision für Verkäufer | Einlieferungsgebühr (Käufer trägt Aufgeld) | Keine - aber Marketingkosten |
| Besichtigungen | Auktionator koordiniert Sammeltermine | Selbst planen und durchführen |
| Preisfindung | Bieterwettbewerb, transparent | Einschätzung + Verhandlung |
| Rechtliche Belastbarkeit | Zuschlag nicht anfechtbar | Kaufvertrag über Notar |
| Bieterreichweite | 200.000 vorregistrierte Bieter | Portal-Reichweite je nach Inserat |
| Aufwand Eigentümer | Gering - Auktionator übernimmt | Hoch - alles in Eigenregie |
Alle Angaben ohne Gewähr. Konditionen variieren je nach Objekt und Marktlage. Weitere Vergleichspunkte auf dga-ag.de/verkaufen/im-vergleich/.
Häufige Fragen
Was Eigentümer uns fragen.
- Kostet mich die Auktion die gleiche Provision wie ein Makler?
- Nein. Bei der freiwilligen Immobilienauktion trägt das Aufgeld (die Provision) in der Regel der Käufer, nicht der Verkäufer. Der Verkäufer zahlt die Einlieferungsgebühr, die deutlich unter einer typischen Maklerprovision liegt. Genaue Konditionen nennt Ihnen unser Auktionator in einem kostenfreien Erstgespräch.
- Wer bezahlt das Aufgeld?
- Das Aufgeld ist ein Zuschlag, den der Käufer oben auf den Zuschlagspreis zahlt. Es ist die Vergütung des Auktionshauses für Vorbereitung, Katalog-Distribution, Auktionsdurchführung und Rechtsabwicklung. Für den Verkäufer entsteht dadurch kein zusätzlicher Kostenposten.
- Was passiert, wenn kein Bieter kommt?
- Bei Auktionen ohne Zuschlag (sogenannter Ausfall) gibt es keinen zwangsweisen Verkauf. Sie können das Objekt im Nachverkauf direkt zum Limitpreis anbieten oder die Einlieferung wiederholen. Ein Nichtverkauf ist zwar unerwünscht, aber kein Vertragsbruch.
- Muss ich ein Mindestgebot akzeptieren?
- Nein. Sie setzen das Limit selbst - den Mindestpreis, unter dem kein Zuschlag erteilt wird. Kein Hammer, kein Verkauf. Das Auktionshaus kann das Limit empfehlen, aber Sie entscheiden.
- Kann ich als Privatperson wirklich selbst eine Auktion machen?
- Eine freiwillige Immobilienauktion im regulierten Sinn setzt einen öffentlich bestellten und vereidigten Auktionator nach §34b GewO voraus. Privatpersonen können kein solches Verfahren selbst durchführen - das ist Aufgabe des Auktionshauses, das für Rechtssicherheit und Transparenz haftet.
- Wie lange dauert der gesamte Prozess?
- Von der Einlieferung bis zum Zuschlag vergehen typischerweise 6 bis 8 Wochen. Der Notarvertrag folgt innerhalb von weiteren 4 bis 6 Wochen. Insgesamt damit deutlich schneller als ein klassischer Maklerverkauf, der im Durchschnitt 6 bis 18 Monate dauert.
- Was wenn meine Immobilie schwer zu verkaufen ist?
- Genau für solche Objekte ist die Auktion häufig die bessere Alternative. Wo ein Makler das Mandat ablehnt oder jahrelang ohne Ergebnis inseriert, schafft der Bieterwettbewerb eines Auktionssaals oft eine Lösung - weil der Preis durch Nachfrage entsteht, nicht durch Einschätzung.
- Wie unterscheidet sich eine freiwillige Auktion von einer Zwangsversteigerung?
- Grundlegend. Die freiwillige Auktion initiieren Sie als Eigentümer aus eigenem Antrieb - Sie behalten die Kontrolle über Limit und Timing. Die Zwangsversteigerung ist ein gerichtliches Verfahren auf Antrag von Gläubigern. Die DGA führt ausschließlich freiwillige Auktionen durch.
Dieser Ratgeber wurde von der Redaktion der Deutschen Grundstücksauktionen AG erstellt. Die DGA ist seit 1989 Marktführer für freiwillige Immobilienauktionen in Deutschland. Alle Angaben beruhen auf dem Stand von April 2026. Steuerliche oder rechtliche Fragen klären Sie bitte mit einem Steuerberater oder Rechtsanwalt.
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